|
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Achtung, es ist wieder Zeckenzeit! Der Winter 2008/2009 war eigentlich sehr lang, aber insgesamt eher mild,
weshalb dieses Jahr mit einer grossen Anzahl von Zecken zu rechnen ist.
Gattung Ixodes Zecken unterscheiden sich in ihren „Vorlieben“, was den Wirt betrifft.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Systematik Ordnung: Milben (Acarii) Unterordnung: Parasitisformes |
Wissenschaftlicher Name:Dermacentor reticulatus Quelle: Wikipedia |
Die Übertragung erfolgt in erster Linie transovariell, d. h. die voll gesogenen Weibchen
haben mit der Blutmahlzeit die Babesien aufgenommen.
Nach einer geschlechtlichen Vermehrung in der Zecke wandern sie über die Eierstöcke in die Eier und verbleiben bei der weiteren Entwicklung in den nachfolgenden Zeckenstadien.
Die nächste Zeckengeneration ist dann infiziert, und beim Saugakt der Nymphen und Adulten werden
die Babesien mit dem Speichel auf einen neuen Wirt (Hund) übertragen.
Es konnte nachgewiesen werden, dass die Zecken erst nach mindestens 48 Stunden (48–72 Stunden) dauernder Blutmahlzeit die infektiösen Sporozoiten der Babesien übertragen.
Eine Ausnahme hiervon sind Männchen, die bereits einmal Blut gesogen haben. Sie können mehrmals Blut saugen, auch auf anderen Wirten (Hunden) und übertragen nunmehr die infektiösen Stadien sofort.
Weiter konnte festgestellt werden, dass auch die Nymphen in der Lage sind, Babesia canis canis zu übertragen.
Die Babesiose ist in der Regel eine akute Erkrankung und beginnt mit Fieber (bis 42 °C).
Die ersten Anzeichen einer Babesien-Infektion treten nach ca. einer Woche auf. Das kann Appetitlosigkeit, Entzündung der Magenschleimhaut, Erbrechen, Mattigkeit, schneller Konditions- und Gewichtsverlust sein.
Ein bis zwei Tage später treten Blutarmut, Mangel an Blutplättchen im Blut und Gelbsucht auf.
Gleichzeitig kommt es zu einer Milz und Lebervergrösserung. Bedingt durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen, tritt eine Ausscheidung von rotem Blutfarbstoff über die Niere auf.
Die Tiere verenden unbehandelt innert weniger Tage an einem Volumenmangelschock (hypovolämischem Schock), Einlagerung von Flüssigkeit in der Lunge, oder an akutem Nierenversagen.
Gewissheit über einen Zeckenbefall mit der Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) in Zusammenhang mit
den klinischen Symptomen erlaubt eine gute Verdachtsdiagnose.
Zum Nachweis der Erreger wird in der akuten Phase der Erkrankung ein Blutausstrich nach Giemsa gefärbt. Schnellfärbungen sind nach unseren Erfahrungen nur bedingt geeignet. Zum Nachweis der Erreger-DNA hat sich die Untersuchung an der DNS (PCR= Polymerase Chain Reaction), bewährt.
Wegen des akuten Verlaufes der Babesiose ist eine alleinige serologische Untersuchung auf Antikörper nicht
sinnvoll, da am Anfang der Erkrankung noch keine Antikörper vorhanden sind. Erst ab ca. 14 Tage post infectionem können mit Hilfe des ELISA oder IFAT Antikörper nachgewiesen werden.
International ist Imidocarb Mittel der Wahl zur Therapie der Babesiose.
Die Dosis beträgt 3–6 mg/kg s.c., 1–2 x im Abstand von zwei Wochen.
Nach unseren Erfahrungen reicht eine einmalige Injektion aus.
Ist die Babesiose allerdings durch Babesia canis rossi (z. B. bei aus Südafrika einreisenden Hunden) ver-
ursacht, wird die zweimalige Injektion empfohlen.
Da die Injektion sehr schmerzhaft sein kann, ist der subkutanen Applikation der Vorzug gegenüber der intramuskulären zu geben. Wegen möglicher Nebenwirkungen ist es angeraten, als „Gegenmittel“ Atropin bereit zu halten.
Zecken schädigen ihre Wirtstiere nicht nur durch Blutentzug und Hautläsionen, sondern auch durch die Übertragung verschiedener Krankheitserreger.
Auf Grund der vorliegenden Literatur scheinen die Borrelien bereits in den Zecken als infektiöse Erreger vorzuliegen, bevor sie vom Darm in die Speicheldrüse gelangen.
Mit dem Einbohren der Zecke in die Haut und dem Beginn der ersten Blutaufnahme werden diese Erreger
dann bereits mit dem Speichel nach 16 bzw. 24 Stunden in die Saugwunde injiziert.
Dabei scheint es noch bei den einzelnen Borrelienarten Unterschiede in den Übertragungszeiten zu geben.
Berichte zu den minimalen Übertragungszeiten der Rickettsien (Anaplasma und Ehrlichia) liegen nur von des
Vignes et al. (2001) bei Anaplasma phagocytophilum vor. Hiernach erfolgt die Übertragung innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit.
Da beide Erreger zur gleichen Gattung gehören, sind die Übertragungszeiten vermutlich sehr ähnlich.
Anders verhält es sich mit der Übertragung der Babesien.
In den Zecken findet durch den Reiz der Blutaufnahme eine Aktivierung der ruhenden Stadien statt, und es erfolgt ein Eindringen sog. Kineten in die Speicheldrüse. Diese Kineten differenzieren und teilen sich zu den Sporozoiten, die das infektiöse Stadium für den Hund darstellen. Dieser Prozess dauert mindestens 48 Std.,
bis die Zecken mit dem Saugakt die Babesien übertragen.
Im Gegensatz zum Holzbock können die Männchen von Dermacentor reticulatus mehrmals Blut saugen.
Die erste Blutmahlzeit erfolgt bei der Begattung der Weibchen. Die voll gesogenen Weibchen fallen auf den Boden und die Männchen suchen erneut nach weiblichen Zecken. Dabei können sie auch auf andere Hunde übergehen. Wenn sie sich jetzt erneut anheften, übertragen sie die Babesien sofort.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass die eingesetzten Pestizide zur Bekämpfung von Milben und Zecken (Akarizide) möglichst schnell abtöten, bevor die Erreger übertragen werden.
Borrelieninfektionen sind die häufigsten zeckenübertragenen Infektionen überhaupt.
Etwa 4% aller Zeckenstiche verursachen eine derartige Infektion.
In aller Regel wird diese Infektion zunächst durch einen faustgroßen Fleck, hellen roten Ring, typischerweise im Zentrum blasser als am Rand, an der Stichstelle sichtbar, bevor es zu einer Erregergeneralisation kommt. Durch adäquate Zeckenentfernung lassen sich viele Infektionen verhindern. Die Klinik der Borrelieninfektion ist äußerst vielfältig, im Spätstadium ist eine Kombination von Allgemeinsymptomen wie Nachtschweiß und Abgeschlagenheit mit Symptomen am Bewegungsapparat typisch.
Die Zecke ist nur zu etwa 1% bereits transovariell (über die Eierstöcke) mit Borrelien infiziert.
Die Larve nimmt bei ihrer ersten Blutmahlzeit Borrelien aus Mäusen auf.
Nach der Häutung zur Nymphe sind bereits 15-25% der Zecken mit Borrelien infiziert.
Da also Zecken in ihren Lebenszyklen Blutmahlzeiten benötigen, kann der Erreger immer wieder
aufgenommen und weitergegeben werden.
![]() |
Die Rötelmaus, eines der Hauptreservoire für Borrelien |
Der Mensch spielt eigentlich im natürlichen Zyklus der Borrelien keine Rolle, aus Sicht des Erregers ist er sogar eine epidemiologische Sackgasse. Immunologisch unterscheidet sich der Mensch von der Maus: Er toleriert den Erreger nicht, sondern attackiert diesen. Der Preis dafür ist, dass der Mensch klinisch erkrankt. Andererseits wird eine Bakteriämie beim Menschen nur kurze Zeit möglich sein, so dass der Erreger nicht wieder aus peripherem Blut aufgenommen und weitergegeben werden kann. Daher ist eine Borreliose beim Menschen auch nicht durch Blutkontakte oder sexuell zu übertragen.
Die Dauer des Saugaktes ist nach tierexperimentellen Untersuchungen von entscheidender Bedeutung. Es konnte festgestellt werden, dass innerhalb der ersten zwölf Stunden fast keine Übertragung des Erregers stattfindet. Die Übertragungsrate nach mehr als 24 Stunden beträgt etwa 30%, nach 48-72 Stunden fast 100%. Dies bedeutet, dass nach einem Stich die Zecke möglichst schnell entfernt werden sollte. Borrelien liegen im Mitteldarm der Zecke. Wenn die Zecke mit ihrer Blutmahlzeit begonnen hat, erhalten die Borrelien Nährstoffe und beginnen ihren Stoffwechsel zu steigern. Nach etwa 24 Stunden wandern sie dann aktiv aus dem Mitteldarm in die Speicheldrüsen der Zecke ein. Dann können sie mit dem Speichel in die Wunde abgegeben werden. Normalerweise findet also erst nach mehr als 24 Stunden die Übertragung statt.
Dies ist natürlich ganz anders, wenn die Zecke beim Versuch der Entfernung gequetscht wird. In diesem Fall wird der Erreger oft ungewollt wie mit einer Injektionsspritze übertragen. Dies ist nach heutiger Meinung der Hauptgrund für die hohen Erkrankungszahlen beim Menschen. Für den Menschen gibt es keine Schutzimpfung gegen Borrelien, hingegen ist seit einigen Jahren eine Impfung für Hunde auf dem Markt. Diese, manchmal fälschlicherweise als «Zeckenimpfung» bezeichnete Vakzine enthält inaktivierte Borrelien. Sie schützt also nicht gegen die Zecken, sondern gegen die von ihnen übertragenen Bakterien. Der Erfolg dieser Impfung wird jedoch kontrovers diskutiert, denn die Impfung schützt nicht gegen alle Borrelien gleich gut.
Anaplasma phagocytophilum sind obligat intrazelluäre Bakterien der Gattung Rickettsiaceae, die bei Hunden zur caninen Anaplasmose (canine granulozytäre Ehrlichiose) führen.
Der Überträger ist der Holzbock (Ixodes ricinus). Die canine Anaplasmose ist in Deutschland weit verbreitet.
Das klinische Erscheinungsbild ist meist unspezifisch und äussert sich mit Fieber, Apathie, Erbrechen, neurologische Symptome, Lahmheiten, geschwollene Gelenke, Gewichts- und Appetitverlust.
Ehrlichia canis ist Verursacher der caninen monozytären Ehrlichiose. Überträger dieser Erkrankung, die in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt, ist die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Aus diesem Grund wird sie bei Hunden nachgewiesen, die in Südeuropa oder Afrika waren oder importiert wurden.
Es kann vorweggenommen werden, dass Hunde nicht sehr anfällig sind und somit die Erkrankungen auch selten auftreten. Auch in Risikogebieten ist nur ungefähr eine von hundert Zecken tatsächlich Virusträger. Für Hunde existiert keine registrierte FSME-Impfung. Es ist auch nicht zu empfehlen, die für Menschen verwendeten Präparate beim Hund einzusetzen. FSME beim Hund wird nur vereinzelt beschrieben. Dabei können ebenfalls Symptome einer Hirnhautentzündung festgestellt werden, wobei allerdings die Diagnosestellung sehr schwierig ist. In den wenigen dokumentierten Fällen wurde FSME erst nach dem Tod der Hunde diagnostiziert.
BAG: Stand Januar 2008
Die Liste ist nicht vollständig!
Die aufgeführten Orte umschreiben nur grob die auf der Karte dargestellten Endemiegebiete.
Neue Regionen sind unterstrichen.
Aargau: |
Rheinfelden/Möhlin/Wallbach, Bezirk Laufenburg, Koblenz/Döttingen/Zurzach, Birr/Brugg/Würenlingen, Baden/Wettingen, Rothrist/Zofingen/Brittnau, Gontenschwil/Schöftland/Muhen/Gränichen |
| Bern: | Gampelen/Erlach, Grosses Moos, Lyss/Jens/Port, Moutier, Vallon de Saint-Imier, Mühleberg/Gurbrü/Kriechenwil/Laupen, Belp/Münsingen/Steffisburg, Thun/Spiez/Frutigen, Erlenbach/vorderes Simmental |
| Fribourg: | Salvenach/Ulmiz/Kerzers, Portalban/Autavaux, Franex/Nuvilly/Villeneuve |
| Graubünden: | Malans/Fläsch/Luziensteig, Grüsch/Seewis, Region Chur |
| Luzern: | Reiden/Langnau/Dagmersellen/Nebikon/Egolzwil/Kottwil/Sursee/Knutwil |
| Nidwalden: | Stans/Buochs/Bürgenstock, Stanserhorn |
| Obwalden: | Kerns/Stanserhorn |
| Schaffhausen: | Hallau, Osterfingen, Neuhausen/Beringen/Schaffhausen, Stein am Rhein |
| Solothurn: | Bellach/Lommiswil/Langendorf, Oensingen |
| St. Gallen: | Wil/Jonschwil/Zuzwil/Niederhelfenschwil, Mörschwil, St. Magrethen/Balgach, Jona/Wagen, Mels/Sargans/Vilters |
| Thurgau: | Diessenhofen/Basadingen, Ermatingen/Kreuzlingen, Warth/Weiningen/Herdern/Nussbaumen, Frauenfeld, Stettfurt/Weingarten/Thundorf, Lommis/Aadorf/Wängi, Affeltrangen/Oppikon/Friltschen, Weinfelden, Zihlschlacht/Kesswil |
| Uri: | Unteres Reusstal |
| Waadt: | Cudrefin/Salavaux/Chabrey, plaine de l'Orbe und Umgebung |
| Zug: | Steinhausen |
| Zürich: | Ganzer Kanton |
| Fürstentum Liechtenstein: | Balzers/Vaduz/Nendeln/ Was |

Hunde mit einem Zeckenmittel (bei Tierärzten und im Fachhandel erhältlich) behandeln.
Es gibt verschiedene Methoden.
Von Spot on-Mitteln über Zecken-Halsbänder zu Sprays - auch biologischen, bis zum Knoblauchgranulat.
Für welches man sich entscheidet, ist schlussendlich eine persönliche Einstellungsache; aber man kann auch vorbeugen, in dem man mit dem Hund in der Jahreszeit vom Mai bis August/September z.B. nicht durch dichte Laub-und Buschregionen streift und zusätzlich Waldränder und hohes Gras meidet.
Auf jeden Fall lohnt es sich den Vierbeiner und auch sich selbst nach einem solchen „Gefahren-Spaziergang“ genau anzuschauen.
Schützen auch Sie sich mit der geeigneten Kleidung. Eventuell beim Durchstreifen von Wiesen oder Waldgebieten die Hosensäume in die Socken stossen.
Für Menschen, welche sich in Endemiegebieten aufhalten kann eine Impfung empfehlenswert sein. Die Impfung kann aber nut gegen Hirnhautentzündung gemacht werden. Für die anderen Krankheiten existiert leider keine Impfung.
Quellen: Kleintiere Originalen, Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin, Freie Universität Berlin, Der praktische Tierarzt, Dr. Hassler Deutschland, BAG, Wikipedia, Frontline
