Die Ellbogendysplasie / ED
Typische ED-Manifestationen
- Stufenbildung zwischen Elle (Ulna) und Speiche (Radius)
- Isolierter Processus anconaeus
- Fragmentierter Processus coronoideus medialis
- OCD des medialen Condylus

FPC /Fragmentierter Processus anconaeus medialis ulnae
Die FCP wird der Ellbogendysplasie zugerechnet, zu der auch der IPA und die OCD des Humeruskondylus zählen.
Durch den FCP entsteht eine chronisch entzündliche Reaktion des Gelenks.
Meistens treten die Lahmheiten hierbei in einem Alter zwischen vier und sechs Monaten auf. Die Schädigung entsteht im Gelenk dadurch, dass ein Stück des Knorpels abbricht und weil es im Gelenk verbleibt und sich dort bewegt, dem Hund Schmerzen bereitet. Symptome sind ein starkes Lahmen. Der Hund bewegt sich nicht mehr gern und möchte nur noch liegen. Die Beine werden beim Gehen auffällig nach außen gedreht.
Die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des Knochenteilchens aus dem Gelenk.
Nur durch diesen Eingriff kann das Gelenk auch über lange Zeit funktionsfähig erhalten werden.
Die zur Zeit schonendste Methode zur Operation des FCP ist die Arthroskopie.
Durch die Arthroskopie laufen die Patienten deutlich schneller wieder lahmheitsfrei, das Gelenk wird erheblich weniger gereizt und es bestehen deutlich geringere, postoperative Schmerzen.
Die Prognose für die Wiederherstellung der Funktion des Ellbogengelenkes muss sehr individuell gestellt werden.
Prognostisch negative Faktoren sind:
Bestehendes Übergewicht, zusätzlich erkrankte Gelenke, Dauer der Erkrankung und vorhandene Knorpelschäden an Ulna- und Humerusgelenkfläche.
Die chronische Reizung der Synovia und des Knorpels führt zur degenerativen Erkrankung des Gelenkes, die als sich selbst unterhaltende Folgeerkrankung den weiteren Verlauf maßgeblich negativ bestimmt.
OCD / Osteochondris dissecanis
Eine OCD kommt im Bereich des Ellenbogengelenks fast ausschließlich am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens (Condylus medialis humeri) vor.
Sie entsteht zumeist im Alter von 5 Monaten und in der Regel beidseitig.
Häufiger betroffene Rassen sind Labrador Retriever, Golden Retriever und Rottweiler.
Die Gelenkrolle des Oberarmknochens passt nicht optimal in die Gelenkfurche der Elle.
Als Folge bilden sich durch ungemäßen Abrieb Verletzungen am Knorpel (Knorpelläsionen).
Oft bildet sich Athrose im Gelenk.
Bei einer Operation können lädierte Stellen begradigt werden und dem Hund somit Schmerfreiheit gewähren und die Funktion des Gelenks wieder herstellen.
Es ist allerdings zu beachten, dass die Arthrose damit nicht behoben ist und weiter als zu behandelnde Krankheit bestehen bleibt.
IPA / Isolierter Processus anconaeus
Beim IPA fehlt die knöcherne Verbindung des Knochenvorsprungs zur Elle, welcher üblicherweise im Alter von 18 bis 24 Wochen mit der Elle verschmilzt.
In diesem Alter besteht aufgrund einer verminderten Elastizität die Gefahr, eines teilweisen oder vollständigen Abrisses durch ein Trauma, oder das Ausbleiben des Fugenschlusses infolge hoher, körperlicher Aktivität.
Als weitere Ursache wird ein vermindertes Längenwachstum der Elle diskutiert.
Eine Überversorgung mit Calcium und Phosphor begünstigt das Auftreten eines IPA.
Überdurchschnittlich betroffen sind Rottweiler und Deutscher Schäferhund.
Bei Rüden ist die Erkrankung häufiger als bei Hündinnen.
In etwa 60 % der Fälle tritt ein IPA einseitig auf. In 20 bis 35 % der Fällen tritt es auf beiden Seiten auf.
Die Hunde weisen einen sehr auffälligen Gang auf, bei dem sie die Ellbogen anziehen und die Pfoten nach außen drehen.
Während des Laufens werden die Schmerzen schlimmer.
Auch hier kann operiert werden.
Medikamentelle und chirurgische Behandlung vererbter Gelenksprobleme bei Ellbogendysplasie / ED
Ein Bericht von: Daniel Koch, Dr. med. vet. ECVS, Universität Zürich
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