Nina
Wau,
ich bin online!
Und
ich darf mich selber vorstellen: Ich
bin Nina!
So wurde ich getauft, nachdem ich am
14. Dezember 1999, endlich ... MEINE FAMILIE
gefunden habe...
aber alles schön der Reihe
nach.
Ihr fragt euch: Wieso ich meine Familie gefunden
habe?

Es war so…
Eines Tages, anfangs Dezember wurde ich mit einer Leine angebunden;
an einen Baum, Zaun oder sonstigen Gegenstand
und niemand hat mich mehr abgeholt.
Aber sie haben die Leine angeschnitten,
damit mir meine Befreiung leichter gelingen würde.
Und so konnte
ich mich auf den Weg machen.
Wohin genau wusste
ich noch nicht.
Ich bin gelaufen und gelaufen
und in ein Dorf gekommen.
Dort bin ich einige
Tage umhergeirrt.
Ich wusste nicht wo ich war
und wo waren meine Leute?
So habe ich mich in
Tiefgaragen versteckt um die Nacht an einem nicht
kalten Ort verbringen zu können.
Eines Morgens lief ich über
eine Hauptstrasse und wurde beinahe angefahren.
Hui, bin ich erschrocken!
Es war mir egal, ich
wollte in dieses Quartier auf der anderen Strassenseite
und so lief ich weiter.
Doch
kaum verstummten die quietschenden Bremsen,
rief eine Männerstimme: „Chum
da häre“!
Irgendwie
war mir die Stimme sympathisch und ich
kroch auf
sie zu.
Der Mann führte mich in einen warmen Keller
und ich schlief dort sofort ein; ich war doch sooo müde!
Plötzlich öffnete
sich die Kellertür und eine Frau brachte mir Wasser und gaaanz
feines Katzenfutter! Ich war glücklich! Endlich wieder mal jemand
der mich streichelte, leise und liebevoll
mit mir sprach. Ich rutschte ganz nah
an diese Frau hin und beschloss; da gehe
ich nie wieder weg!
Am Nachmittag durfte ich an der Leine
nach draussen zum Spazieren und dann endlich
ins Haus rein.
Aber was sah ich da! Zwei
Katzen wohnten hier… so
eine Frechheit!
Meine neue "Mama" erklärte mir aber sehr bestimmt,
dass Sämi und
Sir Henry auch hier zu Hause seien und
ich mich unbedingt mit ihnen arrangieren müsse, wenn ich bleiben wolle.
Dieser
Sir Henry war aber gar nicht von mir
angetan und ich mochte ihn auch nicht
besonders; versuchte er doch sofort seine
Krallen in meine Schnauze zu schlagen! Mit der
Zeit haben wir uns aber sehr aneinander gewöhnt.
Ich
würde
sagen, ich mochte ihn sogar.
Meine
neue Rudelführerin war von Anfang an begeistert von mir und ich
habe ihr alle meine guten Seiten gleich
zu Beginn gezeigt. Ich habe gedacht,
sie soll wissen wie schnell ich bin.
Wieso sie das Jagen
von Katzen, Enten und Mäusen nicht liebt,
weiss ich bis heute nicht genau; ich wäre doch so gut darin und sie will
es einfach nicht tolerieren.
Dafür
hat sie mich aber nach etwa 2 Wochen
in einen Erziehungskurs mitgenommen.
Das muss sein, sagte sie… Ich
fand das Ganze etwas langweilig aber
sie versprach, wenn ich toll gehorchen würde, dürfte
ich zum Ausritt mit Pavois mitkommen
und in einen Agility-Kurs.
Ich
liebe diese Ausflüge mit dem Pferd bis heute. Pavois ist leider
gestorben, ich war sehr traurig damals
und habe mich ganze 2 Stunden neben ihn
gelegt.
Ich dachte er steht dann schon
wieder mal auf. Ich konnte es nicht verstehen.
Leandro
ist aber auch ein super Typ und ich freunde
mich nun mit ihm ins Feld zu dürfen.
Agility haben meine Rudelführerin
und ich jahrelang gemeinsam gemacht und ich war
flitzeschnell.
Wir durften sogar einige Male auf einem
Treppchen stehen (auch zuoberst) und
komische „Näpfe“ heim
nehmen.
Heute
schont mich meine Rudelführerin. Sie sagt, dass es für meine
Gelenke nicht mehr gut wäre mit Vollgas durch einen Parcours zu
sausen.
Das
Allerschönste für mich sind aber die Tageswanderungen in
den Bergen mit meiner Familie. Da fühle ich mich wie ein Wolf!
Ich darf durch die Steine und Sträucher schnüren und überall
sind Düfte und Düfte und Düfte ...
Abends
lege ich mich jeweils mit meinem Quitschball
zu Fritz (das ist der Mann, welcher neben meiner
Rudelführerin schläft)
und gemeinsam singen wir ein Liedchen. Ich
glaube, die beiden mögen das sehr. Sie lachen dann immer und sind
vergnügt.
Ich
bin zwar nicht mehr die Jüngste, doch immer noch sehr fit und
meine Menschen sagen; ich sei auch sehr schön!
Letztes
Jahr haben sie mich zu einer Mischlings-Ausstellung
gebracht. Meine ganze Familie ist mitgekommen;
sogar Frauchens Sohn und seine Freundin! Ich
musste ewig lang rumstehen und mich im Kreise
drehen. Da habe ich einfach an der Leine gezerrt
und wollte aus dem Ring. Doch plötzlich
haben alle geklatscht und ich durfte
wieder aufs oberste Treppchen. Seither
nennen sie mich manchmal Miss Schweiz.
Ich
habe schon sehr viel erlebt in meinem
Leben, denn ich darf (fast) überall
hin mit meinem Rudel.
Meine
"Mama" schaut mich manchmal lange und sehr nachdenklich
an. Sie sagt: Das sie mich innigst liebt
und ich ihre Beste sei.
Sie würde mich am liebsten
nie, nie wieder hergeben und sich von mir trennen müssen.
Da bin ich
schon froh, ich habe damals doch so lange
mein Rudel gesucht!

Faulpelze

Zwei „dicke“ Freunde

Zwei in einem Boot

Endlich
mal durchhängen:-)
Findlingshund
Wer
hat dich geboren, mit Fledermausohren,
mit pfiffigem Köpfchen, mit Augen wie Knöpfchen
mit magerem Ränzchen, geringeltem Schwänzchen,
beseelt und lebendig, getreu und verständig
Wer
hat dich besessen, verstoßen, vergessen?
Eine Sammlung von Rassen, ich kann dich nicht
lassen
du Bastard, du kleiner, ab heut' wirst du meiner.
Ob Reichtum, ob Not, wir teilen das Brot.
Lotte Tiedemann
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